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Microsoft Fabric Planning IQ: Budgetierung und Forecasting direkt in Power BI


Anlässlich der Fabric Konferenz im März 2026 in Atlanta hat Microsoft eine Erweiterung vorgestellt, die für viele Unternehmen mit bestehendem Fabric- und Power BI-Einsatz unmittelbar relevant ist: Planning in Microsoft Fabric IQ. Das Feature bringt Budgetierung, Forecasting und Szenarioplanung direkt in die Fabric-Plattform – ohne separate Tools, ohne Datenexporte, ohne Abstimmungsaufwand. In diesem Artikel zeigen wir, was dahintersteckt, was es tatsächlich leistet – und was nicht.


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Das bekannte Problem: Plan und Ist leben in verschiedenen Welten

Wer heute Unternehmensplanung betreibt, kennt das Muster: Die Ist-Daten sind in Power BI oder im Data Warehouse sauber aufgebaut. Der Budgetprozess läuft parallel dazu in Excel oder einem separaten EPM-Tool wie SAP BPC, Anaplan oder Prophix. Diese beiden Welten sind technisch getrennt – und das kostet. Gerade Excel als Planungstool hat einige Vor- aber auch Nachteile.


Jede Abstimmungsrunde bedeutet manuellen Datenexport, Copy-Paste und widersprüchliche Versionsstände. Gerade in Excel kann das sehr schnell unübersichtlich werden. Und sobald sich eine Annahme ändert oder ein neues Quartal beginnt, ist der Plan schon wieder leicht veraltet.


Das Kernproblem: Wenn der Plan ausserhalb der Datenplattform lebt, fehlt die Verbindung zur Realität.


Was ist Microsoft Fabric Planning IQ?

Fabric IQ ist die semantische Intelligenzschicht innerhalb von Microsoft Fabric, eingeführt im November 2025. Während OneLake vereinheitlicht, wo Daten liegen, kümmert sich IQ darum, was diese Daten bedeuten – Begriffe wie «Umsatz», «Kostenstelle» oder «Budgetperiode» werden unternehmensweit einheitlich definiert.

Planning in Fabric IQ ist die Planungskomponente dieses Workloads. Sie wurde in Zusammenarbeit mit Lumel entwickelt, einem auf Enterprise Performance Management spezialisierten Anbieter. Technisch läuft Planning direkt auf bestehenden Power BI Semantic Models und OneLake-Daten – ohne Datenkopie, ohne neue Integration.


Das Feature besteht aus vier Kernkomponenten:

  • Planning Sheets – Excel-ähnliche Planungsmasken direkt im Browser, No-Code, mit Enterprise-Governance im Hintergrund

  • Intelligence Sheets – leistungsstarke Benutzeroberfläche ohne Code, mit der Teams Berichte gemeinsam erstellen, vollständig formatierte Exporte generieren, Daten visualisieren und Projektpläne verwalten können.

  • PowerTable Sheets – strukturierte Dateneingabe für bspw. zukünftige Kostenstellen, Absatzregionen, Personalstellen etc., oder auch für Stammdaten Management.

  • Governed Data Writeback – Budgeteingaben werden sofort in eine Fabric SQL Database zurückgeschrieben und sind in allen verbundenen Reports sichtbar


Wichtig: Planning IQ ist aktuell als Public Preview verfügbar. Die Nutzung wird in Fabric Capacity Units (CUs) abgerechnet; während der Preview-Phase noch kostenlos.



Was ändert sich konkret für den Business-Alltag?

Eine echte Single Source of Truth

Das Versprechen «eine Wahrheitsquelle» scheiterte bisher immer daran, dass Plandaten woanders lagen als die Ist-Daten. Microsoft Fabric Planning  schliesst diese Lücke strukturell. Budgets, Forecasts und Ist-Werte liegen in derselben semantischen Schicht – eine Abweichungsanalyse wird vom monatlichen Aufwand zum Klick im Dashboard.


Varianzanalyse ohne Zeitverzug

Steigen die Rohstoffkosten, passt der Planer den Forecast direkt in der Planungsmaske an – alle verbundenen Reports aktualisieren sich automatisch. Was bisher Tage dauerte, passiert in Minuten.


Kein Versionschaos mehr

Mehrere Planungsverantwortliche arbeiten gleichzeitig im selben Modell, mit Benachrichtigungen für ausstehende Reviews und Freigaben. Planung wird vom sequenziellen Prozess zur kollaborativen Daueraufgabe.


Tiefe Integration in bestehende Systeme

Über OneLake Shortcuts und Mirroring lassen sich Daten aus Snowflake, Databricks, Google BigQuery, SAP , Oracle oder anderen Datenquellen einbinden – ohne ETL-Pipelines oder Datenbewegung. Das senkt die Migrationsbarriere für Unternehmen, die von Legacy-EPM-Lösungen wechseln wollen, erheblich.


Neues Kostenmodell

Klassische EPM-Tools werden nach Seats abgerechnet, was sie für viele KMU unattraktiv macht. Planning IQ nutzt das konsumbasierte CU-Modell von Fabric – Sie zahlen für die tatsächliche Nutzung, nicht für Lizenzen auf Vorrat.


Typische Anwendungsfälle in der Praxis

Planning IQ ist nicht nur für Konzerne relevant. Gerade im KMU-Umfeld, wo Finance-Teams klein sind und trotzdem komplexe Planungsprozesse stemmen müssen, sind die Effizienzgewinne spürbar:


  • Finanzplanung und Budgetierung: Jahresbudget und monatliches Forecasting direkt auf bestehenden Power BI-Dimensionen – Kostenstellen, Produktgruppen und Standorte kommen automatisch aus dem Semantic Model

  • Vertriebsplanung und Quota-Setting: Umsatzziele pro Verkäufer oder Region auf Basis historischer CRM-Daten, sofort sichtbar in den Sales-Dashboards

  • Personalkosten- und Headcount-Planung: HR und Finance simulieren Gehaltsanpassungen und sehen die Auswirkung auf P&L direkt – ohne Excel-Export und zurück

  • Projektportfolio- und Investitionsplanung: Szenariovergleiche direkt in Planning IQ, mit sofortiger Sichtbarkeit auf Cash Flow und EBIT


Wie sieht der Einstieg aus?

Wer bereits Microsoft Fabric und Power BI im Einsatz hat, kann schnell starten:

  1. Fabric IQ Workload aktivieren – Planning IQ ist als Item im Fabric IQ Workload verfügbar, Voraussetzung ist ein Fabric SKU (F2 oder höher)

  2. Bestehendes Power BI Semantic Model verbinden – Dimensionen, Measures und KPIs stehen sofort in den Planungsmasken zur Verfügung, keine Neudefinition nötig

  3. Planning Sheets einrichten – No-Code-Interface, ähnlich wie Excel, aber mit direktem Bezug zu den Modell-Dimensionen

  4. Writeback-Berechtigungen konfigurieren – Governance und Datensicherheit bleiben gewährleistet, kritisch für Unternehmen mit IKS-Anforderungen

  5. Ist-vs.-Plan-Reports aktivieren – Abweichungsberichte in Power BI in wenigen Minuten aufgebaut


Unser Tipp: Starten Sie mit einem klar abgegrenzten Piloten – z.B. dem Vertriebsforecast einer Region – bevor Sie unternehmenskritische Planungsprozesse migrieren. Als Public Preview sind noch nicht alle Szenarien produktionsreif.


Planning IQ – Hype oder echter Fortschritt?

Wie bei jedem neuen Feature lohnt sich ein nüchterner Blick. Planning IQ wurde von Microsoft zusammen mit Lumel auf Basis ihres Produktes Inforiver entwickelt. Dies lässt auch aus dem bereits bestehenden Funktionsumfang ersehen. Aber Planning IQ befindet sich aktuell noch im Preview.


Was Planning IQ aber tatsächlich liefert:

  • Strukturelle Lösung für das Kernproblem der getrennten Plan- und Ist-Welten

  • Niedrige Einstiegshürde für Unternehmen, die bereits auf Fabric setzen

  • Echte Integration statt weiterer Schnittstelle


Das Potenzial ist real – die Umsetzung braucht wie immer eine saubere Architektur, klare Governance und den richtigen Use Case als Einstieg.


Das grössere Bild: Planning IQ und KI-gestützte Unternehmenssteuerung

Planning in Fabric IQ ist kein isoliertes Feature. Microsoft positioniert es als Teil der Fabric IQ Gesamtstrategie: Die Plattform soll alle drei zeitlichen Fragen aus einer einzigen Quelle beantworten – «Was ist passiert?» (historische Analyse), «Was passiert gerade?» (Real-Time Intelligence) und «Was soll passieren?» (Planning IQ).


Das ist die Grundlage für KI-Agenten, die auf einer gemeinsamen semantischen Schicht operieren. Wer heute Planning IQ einführt, baut damit gleichzeitig das Fundament für morgen – für Agenten, die Planungsempfehlungen automatisch ableiten, Abweichungen proaktiv melden und Szenarien ohne manuellen Aufwand berechnen.



Fazit: Budgetierung und Forecasting direkt in Power BI wird zugänglicher

Microsoft Fabric Planning IQ adressiert ein reales und kostspieliges Problem: die strukturelle Trennung zwischen Planung und Ist-Daten. Für Unternehmen mit bestehendem Fabric- und Power BI-Einsatz ist das Feature ein ernsthafter Kandidat – und ein guter Zeitpunkt, die eigene EPM-Strategie zu hinterfragen.


Wer jetzt mit einem Piloten beginnt, verschafft sich einen Lernvorsprung vor der GA-Version.



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