Die SUCCESS-Formel von IBCS®: Baustein "CHECK" - Visuelle Integrität sicherstellen
- Andreas Ratz

- vor 6 Tagen
- 5 Min. Lesezeit
Nach den Bausteinen EXPRESS, SIMPLIFY und CONDENSE schliessen wir die Serie der perzeptuellen Regeln mit dem Baustein "CHECK - Visuelle Integrität sicherstellen" von IBCS® ab. Der IBCS-Baustein CHECK beschäftigt sich mit der inhaltlichen und formalen Prüfung von Berichten und Präsentationen und damit der letzte Qualitätsschritt vor der Nutzung durch Management oder Fachbereiche.

Visuelle Integrität sicherstellen - CHECK
CHECK deckt alle Aspekte der Gewährleistung visueller Integrität in Berichten, Präsentationen und Dashboards ab. Die Gewährleistung visueller Integrität bedeutet, dass Berichte Informationen auf möglichst wahrheitsgetreue und leicht verständliche Weise darstellen, indem irreführende Darstellungen vermieden werden.
Dieses Kapitel behandelt die Vermeidung manipulierter Achsen und Visualisierungselemente, die Verwendung einheitlicher Skalen und die Darstellung von Seiteneffekten (Inflation, Währung, ...)
Die fünf Regeln von CHECK
⚠️CH1 - Manipulierte Achsen vermeiden
Diagramme dienen dazu, Zahlenwerte visuell zu vergleichen. Manipulierte Achsen verfehlen diesen Zweck, tatsächliche Zusammenhänge zu erklären.
CH 1.1 Vermeiden Sie abgeschnittene Achsen
Diagramme, deren Werteachsen nicht bei Null beginnen („geschnittene” Achsen), sind an sich nicht „falsch”, aber die visuell vermittelte Botschaft entspricht dann nicht den numerischen Werten, auf denen das Diagramm basiert. Daher sollten Werteachsen generell
bei Null beginnen.

Es gibt eine Ausnahme von dieser Regel: Diagramme mit indexierten Daten (z. B. wenn der Wert für den Indexzeitraum auf 100 % festgelegt ist) mit nur geringen Abweichungen von 100 %. Hier könnte das „Heranzoomen” an die Abweichungen sinnvoller sein als die Angabe der absoluten Werte (beginnend bei Null). Positionieren
CH 1.2 Vermeiden Sie logarithmische Skalen
Vermeiden Sie nach Möglichkeit logarithmische Skalen, da sie keinen visuellen Vergleich von Werten zulassen.

CH 1.3 Vermeiden Sie unterschiedliche Klassengrössen
Wenn die Kategorien geordnete Klassen von Elementen darstellen (z. B. Altersklassen), wie sie für die Visualisierung von Verteilungen in Histogrammen verwendet werden, sollten Sie Klassengrößen mit identischer Breite verwenden (z. B. zehn Jahre). Andernfalls ist eine echte visuelle Vergleichbarkeit unmöglich.

🚫CH2 - Manipulierte Visualisierungselemente vermeiden
Die Darstellung von Werten, die sich um Größenordnungen unterscheiden, kann eine Herausforderung darstellen. Verwenden Sie kreative Lösungen, anstatt Visualisierungselemente zu beschneiden oder Werteachsen zu kürzen.
CH 2.1 Vermeiden Sie abgeschnittene Visualisierungselemente
Ähnlich wie bei „geschnittenen“ Achsen machen abgeschnittene Visualisierungselemente wie unterbrochene Spalten visuelle Vergleiche unmöglich.

CH 2.2 Kreative Lösungen für anspruchsvolle Skalierungsprobleme einsetzen
Kreative Visualisierungselemente können zum Vergleich extremer Werte verwendet werden, z. B. ermöglicht die Darstellung von Daten in zweidimensionalen oder sogar dreidimensionalen Visualisierungselementen den Vergleich von Werten, die sich um Größenordnungen unterscheiden.

❌CH3 - Irreführende Darstellungen vermeiden
Grafische Darstellungen sind irreführend, wenn der visuelle Eindruck für den Betrachter von den zugrunde liegenden Werten abweicht.
CH 3.1 Verwenden Sie korrekte Flächenvergleiche, bevorzugen Sie lineare Vergleiche
Die Verwendung zweidimensionaler Darstellungen (Flächen von Kreisen, Symbolen oder Emblemen) zur Visualisierung von Daten ist nur dann zulässig, wenn die Größe dieser Flächen den zugrunde liegenden Werten entspricht. Die visuelle Wahrnehmung wird irreführend, wenn die Werte stattdessen durch die Durchmesser von Kreisen oder die Höhe von Symbolen dargestellt werden. Vermeiden Sie Missverständnisse, indem Sie lineare
Vergleiche wie Säulen und Balken verwenden.

CH 3.2 Verwenden Sie korrekte Volumenvergleiche, bevorzugen Sie lineare Vergleiche
Ähnlich wie bei Flächen führt die visuelle Wahrnehmung zu Fehlinterpretationen, wenn die Werte stattdessen durch die (eindimensionalen) Durchmesser oder die (zweidimensionalen) Flächen dreidimensionaler Visualisierungselemente (Kugeln, Würfel usw.) dargestellt werden. Selbst wenn deren Volumen die Werte repräsentieren, ist es schwierig, sie richtig wahrzunehmen. Bevorzugen Sie stattdessen lineare Vergleiche.

CH 3.3 Vermeiden Sie irreführende farbige Bereiche in Karten
Verschiedenfarbige Flächen können hilfreich sein, um die Niederschlagsmenge pro Quadratmeter oder die Bevölkerungsdichte zu visualisieren. Verwenden Sie jedoch keine farbigen Flächen für die Visualisierung von nicht flächenbezogenen Zahlen wie Marktanteilen oder Umsatzrenditen. Positionieren Sie stattdessen Säulen oder Balken mit
identischer Skala in Karten. Übrigens eignen sich auch Kreisdiagramme gut für diesen Zweck (eine Ausnahme von der EXPRESS-Regel EX 2.1 „Ersetzen Sie Kreisdiagramme…“), da sie genau an einem Punkt platziert werden können.

📊 CH4 - Gleiche Skalierung verwenden
Ein korrekter visueller Vergleich erfordert die Verwendung identischer Maßstäbe für identische Maßeinheiten oder – falls dies nicht möglich ist – eine klare Angabe des Unterschieds. Verwenden Sie nach Möglichkeit ein einheitliches Skalierungskonzept für den gesamten Bericht oder das gesamte Präsentationsmaterial.
CH 4.1 Verwenden Sie für dieselbe Einheit denselben Maßstab
Wenn Sie mehr als ein Diagramm derselben Einheit auf einer Seite darstellen, verwenden Sie für diese Diagramme denselben Maßstab. In Extremfällen ist ein identischer Maßstab möglicherweise nicht wünschenswert. In diesen Ausnahmefällen kann die Verwendung von Maßstabsangaben (siehe CH 4.3) hilfreich sein.

CH 4.2 Grafikvisualisierung den Daten anpassen
Die Verwendung identischer Skalen in mehreren Diagrammen kann schwierig sein, wenn sich die Werte in den Diagrammen um Größenordnungen unterscheiden. Eine gute Lösung besteht darin, die Diagrammgröße an die jeweiligen Daten anzupassen.

CH 4.3 Verwenden Sie bei Bedarf Skalierungsindikatoren
Es gibt mehrere Möglichkeiten, schwierige Skalierungsprobleme zu lösen. Skalierungsindikatoren, wie z. B. Skalenbänder, die in allen Diagrammen die gleiche numerische Höhe (in der Regel eine Potenz von 10) anzeigen, sind hilfreich, um mehrere Diagramme (derselben Einheit) mit unterschiedlichen Skalen zu vergleichen.

CH 4.4 Verwenden Sie bei Bedarf Lupen
Eine weitere Möglichkeit, Skalierungsprobleme zu lösen, ist die Verwendung von „Lupen“ zum Vergrößern eines Teils eines Diagramms mit einem größeren Maßstab. Verwenden Sie ein geeignetes Visualisierungselement, um den zu vergrößernden Teil eines Diagramms zu markieren und ihn mit einem zweiten Diagramm zu verknüpfen, das den vergrößerten Teil
in einem größeren Maßstab anzeigt.

📈 CH5 – Externe Effekte anzeigen
Bei längeren Zeitreihen können Währungs- und Inflationseffekte den visuellen Eindruck verzerren und die tatsächliche Geschäftsentwicklung verschleiern.
CH 5.1 Die Auswirkungen der Inflation anzeigen
Die Transparenz der Inflationseffekte hilft, Fehlinterpretationen von Zeitreihenvisualisierungen zu vermeiden.

CH 5.2 Die Auswirkung von Währungseffekten anzeigen
Ähnlich wie bei den Inflationseffekten kann die Bereinigung von Währungseffekten dazu beitragen, Fehlinterpretationen zu vermeiden.

🧭Fazit: CHECK schafft Konsistenz
Der IBCS®-Baustein CHECK – Visuelle Integrität sicherstellen erhöhen stellt sicher, dass Berichte und Präsentationen korrekt, konsistent und glaubwürdig sind. Er ist der Qualitätsfilter am Ende der SUCCESS-Formel – und zugleich die Voraussetzung dafür, dass Management-Entscheidungen auf belastbaren Informationen beruhen.
CHECK bedeutet mehr als Zahlen zu prüfen. Es geht um einheitliche Definitionen, konsistente Skalierungen, saubere Achsen, plausible Entwicklungen und eine Darstellung, die keine Fehlinterpretationen zulässt. Gerade kleine formale Fehler oder inkonsistente Visualisierungen können die Aussage eines Berichts massiv verzerren – selbst wenn die Daten an sich korrekt sind.
In der Praxis zeigt sich:Je höher der Adressatenkreis und je entscheidungsrelevanter ein Bericht ist, desto wichtiger wird CHECK. Er schafft Vertrauen, erhöht die Akzeptanz bei den Anwendern und professionalisiert das Reporting nachhaltig.
Im letzten Beitrag widmen wir uns dem finalen Baustein - UNIFY - der alle bisher genannten Bausteine SAY - STRUCTURE - EXPRESS - SIMPLIFY - CONDENSE - CHECK zu einem Gesamtkonzept zusammenführt und in eine Standardisierung und damit der Anwendung der Notationsregeln mündet.
💡Bringen Sie Ihre Berichte mit Swiss Business Analytics auf das nächste Level!
Swiss Business Analytics GmbH hilft Ihnen Ihre Daten richtig zu visualisieren um damit fundierte Entscheidungen treffen zu können. Nur so bleiben die Erkenntnisse in den Köpfen Ihrer Entscheidungsträger hängen. Lassen Sie uns gemeinsam Ihre Datenvisualisierung optimieren!
Kontaktieren Sie uns jetzt für ein unverbindliches Beratungsgespräch und entdecken Sie, wie der effektive Einsatz von IBCS Ihre Organisation voranbringen kann.
Swiss Business Analytics GmbH – Ihr Partner für datengetriebene Lösungen.


