Ein Dashboard ist wie ein Witz. Wenn man Ihn erklären muss ist es nicht gut
- Andreas Ratz

- 27. Juli
- 3 Min. Lesezeit

Warum gute Reports keine Bedienungsanleitung brauchen – und wie IBCS aus Datenfriedhöfen Führungsinstrumente macht.
Stellen Sie sich vor, Sie legen Ihr neuestes Management-Dashboard einer Person vor, die Ihr Geschäft nicht kennt. Kein Vorgespräch, keine Legende, keine mündliche Erläuterung. Versteht diese Person innerhalb von Sekunden, ob es dem Unternehmen gut oder schlecht geht, wo es klemmt und was als Nächstes zu tun ist?
Wenn ja: Glückwunsch. Wenn nein, beginnt das vertraute Ritual – die Folie wird erklärt, die Farben werden gedeutet, die Achsen kommentiert. Genau hier verrät sich schlechtes Reporting. Denn ein Dashboard ist wie ein Witz: Wenn man es erklären muss, ist es nicht gut genug.
Die Pointe eines Witzes funktioniert, weil sie ohne Fussnote zündet. Ein gutes Diagramm funktioniert nach demselben Prinzip. Die Aussage muss aus der Darstellung selbst entstehen – nicht aus dem Vortrag drumherum.
Warum wir Berichte überhaupt erklären müssen
In der Praxis sehen wir immer wieder dieselben Ursachen, warum Reports nicht für sich sprechen:
Zu viel des Guten. Fünfzehn KPIs auf einer Seite, drei Farbskalen, Torten-, Balken- und Liniendiagramme bunt gemischt. Das Auge findet keinen Halt.
Keine Vergleichsgrösse. Eine Zahl allein sagt nichts. Erst der Bezug zu Plan, Vorjahr oder Forecast macht aus einer Zahl eine Information.
Uneinheitliche Sprache. Rot bedeutet auf Seite 1 «Region Schweiz Nord», auf Seite 4 plötzlich «Produkt A». Wer die Codierung jedes Mal neu lernen muss, liest langsam und fehleranfällig.
Die Botschaft fehlt. Das Diagramm zeigt Daten, aber sagt nichts. Es überlässt die Interpretation dem Betrachter – und damit dem Zufall.
Das Resultat ist ein Bericht, der ohne Begleitkommentar nicht funktioniert. Und ein Bericht, der einen Erklärer braucht, skaliert nicht: Er ist nur so gut wie die Person, die ihn präsentiert.
IBCS: Der Standard, der Berichte zum Sprechen bringt
Die International Business Communication Standards (IBCS) wurden von Dr. Rolf Hichert entwickelt und beruhen auf den Erkenntnissen der Wahrnehmungspsychologie. Ihr Ziel ist denkbar einfach: Geschäftsinformationen so darstellen, dass die Kernaussage unmittelbar und intuitiv verstanden wird – ohne Erklärung.
Zusammengefasst sind die Prinzipien in der SUCCESS-Formel:
Say – Sagen Sie etwas. Jede Darstellung transportiert eine klare, prägnante Botschaft.
Unify – Vereinheitlichen Sie. Gleiche Sachverhalte sehen immer gleich aus: konsistente Farben, Symbole und Notationen.
Condense – Verdichten Sie. Maximale Informationsdichte, nur das Relevante.
Check – Prüfen Sie. Die Zahlen sind korrekt und nachvollziehbar.
Express – Drücken Sie es richtig aus. Der passende Diagrammtyp für die jeweilige Aussage.
Simplify – Vereinfachen Sie. Weniger ist mehr; nichts lenkt vom Wesentlichen ab.
Structure – Strukturieren Sie. Eine klare Gliederung führt das Auge.
Wer diese Prinzipien anwendet, baut Berichte, die für sich selbst sprechen. Die Pointe sitzt – ganz ohne Erklärung.
Was Sie davon haben
Berichte nach IBCS sind kein Selbstzweck. Sie zahlen direkt auf die Entscheidungsqualität ein:
Schnellere Entscheidungen. Wer nicht erst dekodieren muss, kommt früher zur Massnahme.
Weniger Missverständnisse. Eine einheitliche Notation lässt keinen Interpretationsspielraum.
Skalierbarkeit. Der Bericht funktioniert auch ohne den Ersteller im Raum – über Abteilungen und Hierarchiestufen hinweg.
Vertrauen. Konsistenz und Nachvollziehbarkeit schaffen Glaubwürdigkeit gegenüber Management und Stakeholdern.
Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten zählt das doppelt: Wer in der Krise wissen muss, wo Marge verloren geht und wo Liquidität gebunden ist, kann sich keine Berichte leisten, die erst einen Übersetzer brauchen.
🎯Fazit: Machen Sie Schluss mit erklärungsbedürftigen Berichten denn ein Dashboard ist wie ein Witz
Exzellenz entsteht durch Transparenz. Und Transparenz beginnt damit, dass Ihre Berichte ohne Beipackzettel verstanden werden. Als zertifizierter Partner setzen wir IBCS-Standards in Microsoft Power BI und mit Zebra BI Visuals um. Wir verbinden dabei die technische Umsetzung mit über 40 Jahren betriebswirtschaftlicher C-Level-Erfahrung. Aus Datenfriedhöfen werden so Führungsinstrumente, die wirklich steuern.
Die nächste Probe aufs Exempel können Sie gleich machen: Legen Sie Ihr aktuelles Dashboard jemandem vor, der nichts erklärt bekommt. Wenn die Pointe sitzt, sind Sie auf dem richtigen Weg. Wenn nicht – wir helfen Ihnen gerne dabei.
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